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Rock O Rhin Colmar Frankreich 09.09.06
by Marion
Erwartet bitte keine journalistischen Meisterwerke von mir, den klassischen Konzert- bericht hab ich nicht „drauf“ – ich schreibe so, wie ich die Konzerte aus meiner Sicht erlebt und gefühlt habe...
Um 10 Uhr traf ich mich mit Ilona und Achim am Bahnhof in Saarbrücken, rein ins Auto und wir starteten zu unserem letzten Gotthard-Konzert 2006 - zum Rock O Rhin in Colmar. Dort
angekommen fanden wir auch gleich den Ort des Geschehens. Das war geklärt und wir zogen los zur Erkundung der Gegend, spielten ne Runde Stau auf der Autobahn mit und landeten dann im gelben M auf ein Menü und ein
Käffchen. Frisch gestärkt ging´s weiter - die Freiheitsstatue in einem Kreisel in Colmar verlangte noch nach ner Fotosession.
Danach fuhren wir zurück zum Expo-Park - übrigens eine ideale Lage für einen Veranstaltungsort dieser Art. Mit riesigem Parkplatz, viel freier Fläche für die
Trucks und die wartende Menge - das kennt man auch ganz anders... Auf unseren Tickets stand Einlass ab 16 Uhr und zu dieser Zeit hatten sich auch schon ne
Menge Fans vor dem Tor versammelt. Das Wetter meinte es fast schon zu gut - die Sonne war sehr energisch tätig und knallte gnadenlos auf uns runter. Am Einlass
tat sich nichts - wir dachten, die Uhren ticken in Frankreich vielleicht etwas anders... Später stellte sich heraus, dass auf unseren Tickets scheinbar die falsche Zeit
aufgedruckt war. Richtig wäre 17 Uhr gewesen und zu dem Zeitpunkt wurden auch die Tore geöffnet. Ticket- abriss und Taschenkontrolle waren flott erledigt und dann standen wir wieder -
diesmal vor den Treppen hoch zu den Toren der eigentlichen Location. Ich geb zu, meine gute Laune litt etwas durch die Hitze und die Rumsteherei... aber nette
Gespräche und Kimis Poleposition bauten mich wieder auf. Es dauerte noch mal 1 Stündchen... kurz nach 18 Uhr waren wir endlich drinne. Dieses Amphi-Theater
gefiel mir sehr gut: es war nur zu 2/3 überdacht, angenehme Temperatur, jede Menge Sitzplätze, ein recht großer Innenraum, von überall aus eine gute Sicht - das
kam prima. Im oberen Bereich war ein Merchandisestand zu finden, Buden mit Essen und Getränken sowie die Toiletten. Ein großes Lob geht an die Helfer vor Ort -
alle waren sehr nett, freundlich und hilfs- bereit. Mein Französisch ist so gut wie nicht mehr vorhanden, aber die Verständigung klappte - in Deutsch und Englisch
oder mit Händen und Füßen :-) Konzerterinnerungs- stücke müssen sein, also gingen wir zum Shoppen an den Merchandisestand. Wir plauderten eine Runde
und suchten uns dann ein nettes Sitzplätzchen - die kaputten Knochen meldeten sich nach der langen Ansteherei energisch.
Den Anfang machte die französische Gruppe Maï-Ak Affair - sie waren nicht
schlecht, nur halt nicht so mein Ding. Dann war Thomas Kieffer dran - ich würde ihn als ne Art Liedermacher bezeichnen, ruhigere Klänge, seine Stimme kam sehr
gut rüber: dunkleres Timbre, etwas rauchig, kraftvoll, aber mit viel Gefühl. Er begleitete sich auf der Gitarre, die restliche Musik kam von so nem Sample-Gerät
(keine Ahnung, wie das Ding fachmännisch heißt...) Seine Performance gefiel mir und beim Coversong Nights In White Satin gerieten wir „alten Ladys“ ins Träumen ;-) Sein Auftritt wurde gefilmt und ich hoffe, davon wird bald was in seinem My Space-Account zu sehen sein.
Während der ersten beiden Acts prangten bereits zwei uns bestens bekannte Kühe samt Schriftzug an der Bühnenrückwand. Nun wurde umgebaut und wir gingen
nach vorne, denn ein Gotthard-Konzert im Sitzen - das geht natürlich überhaupt nicht!!! Und unsere Plätze in der ersten Reihe sagten uns zwei abgebrochenen
Riesen schon sehr zu :-) Um 20 Uhr enterten Gotthard die Bühne... und es wurde ein Konzert der Marke Sonderklasse! Fast 1,5 Stunden, die extrem viel Spaß machten...
man wünschte sich, der Auftritt würde noch ein paar Stunden länger dauern...
Die Jungs waren verdammt gut drauf, lachten und strahlten um die Wette, sausten
auf der Bühne rum, wechselten immer wieder die Positionen und es ging richtig ordentlich zur Sache. Die Setlist war diesmal sehr rocklastig - es wurde zwischendurch nicht ne Runde lang rrrromantisch, sprich One Life One Soul und In
The Name kamen nicht zum Einsatz. Dafür wurde abgerockt, was das Zeug hielt und das Publikum ließ sich von der Spielfreude auf der Bühne mitreissen. Der
Innenraum war letztendlich gut gefüllt, feierte ab und auch in den Sitzreihen wurde Party gemacht. DER Fan des Tages für mich: der Mann neben mir, der wirklich...
extrem heftigst begeistert war und das mit seinem ganzen Körper energisch zum Ausdruck brachte - auf ne sehr... bemerkens- werte, amüsante, niedliche Art und
Weise. Ich war doch sehr damit beschäftigt, meine rechte Körperhälfte aus der Gefahrenzone zu bekommen, was mir nicht immer gelang :-) Aber ich lasse jedem
seine Art, Musik zu genießen - wenn ich voll einsatzfähig bin, bewege ich mich schließlich auch gerne etwas ausgiebiger... Und wir waren nicht die Einzigen,
denen er besonders auffiel, gelle? Spätestens als Leo vor uns auf die Box sprang und abklatschte, kehrte neben mir die absolute Happyness ein und wir freuten uns mit ihm.
Zurück zur Musik: der Sound kam prima, gut abgemischt, bis auf ne Kleinigkeit: meiner Meinung nach war das Mikro von Marc zeitweise etwas zu laut eingestellt.
Kein großer Show-Schnickschnack - braucht es auch nicht, wenn gute Musiker on Stage ihr Bestes geben. Auf Lichteffekte steh ich - sie tauchten die Bühne
stimmungsvoll in verschiedene Farben. Die Romantik fiel nicht ganz aus - sie kam bei Nicolos Solo auf und natürlich auch bei Nothing Left At All und Heaven - den
beiden langsameren Songs des Sets. Alle anderen waren Abgeh-Nummern - mit voller Power und viel Spaß an der Musik gespielt und gesungen. Die Band pushte
die Stimmung untereinander und bei uns im Publikum verdammt hoch - es war Fun pur.
Steves Röhre war wie immer ein Highlight - ich bin jedes Mal aufs Neue davon
fasziniert. Egal, ob er rockte und rollte, den Blues rausließ oder es romantisch wurde - er setzte die Stimmungen und Gefühle der Songs singtechnisch optimal um.
Wobei er mir stimmlich bei meinen beiden vorherigen Konzerten sogar noch nen Tacken besser gefallen hatte! Steve nutzte die komplette Bühne für seine
Performance aus und es gab immer wieder einen Schulterklopfer oder einen Klaps für die anderen Jungs. Das ist auch eine Sache, die ich bei Gotthard so mag: es „menschelt“ generell auf der Bühne... und von da oben zu uns runter.
Welche Songs gefielen mir am Besten an diesem Tag? Schwere Entscheidung, denn eigentlich müsste ich jetzt beim Starter All We Are anfangen und wirklich alle
aufzählen. Die alten Titel haben eine spezielle Bedeutung für mich und sie live hören zu können, ist was sehr besonderes. Daher war ich total happy, dass Movin On noch mal gründlich abgerockt wurde. Firedance ist eh einer meiner
Lieblingssongs, der packende stampfende Rhythmus, die Gitarrenparts, ging gewaltig ab - wow! Und natürlich Mighty Quinn - die Stimmung schwappte sehr
hoch - Hammer! Mit diesem Song verbinde ich zudem sehr angenehme Erinnerungen... und nun eine mehr :-) Meine Faves vom Lipservice Album dürfen nicht fehlen: All We Are und Lift U Up - beide mit dem besonderen Rock-Drive, der
live total in die Beine haut... Jetzt hör ich besser auf sonst hab ich doch noch alle durch!
Gitarristen haben es bei mir eh sehr gut stehen, wenn sie ihre Instrumente
beherrschen. Leute, die mich besser kennen, wird es daher nicht wundern: mein persönliches absolutes Highlight bei diesem Gig war eindeutig das Gitarrenbattle.
Leo und Freddy hatten diesmal viel Durrrscht, die kleinen Bierflaschen wurden leer getrunken und dann spieltechnisch eingesetzt. Was folgte war allererste Sahne,
einfach nur phantastisch! Und es dauerte schön lange - hin und her und miteinander - die beiden schienen nen Heidenspaß dabei zu haben. Und das
Publikum feuerte sie entsprechend an. Ein Merci an die zwei für dieses sehr geile Battle! Leider blieb das erhoffte zweite Duell zwischen Hena und Steve an den
Drums aus - war wohl in dieser Location und/oder auch spieldauertechnisch nicht umsetzbar. Aber ich werde einfach weiter hoffen, das mal live miterleben zu dürfen... anytime anywhere...
Dieses Konzert brachte mir durchgehend das ganz gewisse Gänsehautfeeling - dafür ein großes Dankeschön an die Band und ihr Team. Der einzige, aber dicke
Minuspunkt: der Gig war viel zu kurz!!! ;-) Sicher kannten nicht alle im Publikum die Band Gotthard - mit dieser Leistung in Colmar dürften sie viele neue Fans dazu gewonnen haben...
Nach diesem Konzert-Sahneschnittchen fällt es nun noch schwerer, auf neue Tourdaten zu warten...
Ich weiß nicht, ob ich mir alle Songs und die richtige Reihenfolge merken konnte - falls was nicht stimmt> Korrektur willkommen!
Setlist: All We Are / Dream On / Hush / Mountain Mama / Let It Be / Top Of
The World / I Wonder / Said & Done / Nothing Left At All / Sister Moon / Firedance / Movin On / Mighty Quinn / Heaven / Lift U Up / Anytime Anywhere
Nach Gotthard brauchten wir zuerst ne Erholungspause auf den Bänken, um wieder einigermaßen lauffähig zu werden und ein Bierchen gegen den Durst. Danach
taten es die Beine wieder halbwegs, aber wir zogen es doch vor, Gary Moore im Sitzen zu verfolgen. Was sogar gut machbar war... denn seine Setlist war sehr auf
den Blues ausgerichtet... für mich zu sehr. Ich vermisste die schnelleren rockigeren Nummern. Ich war also selbst Schuld, dass mir was fehlte, weil ich mir halt
falsche Erwartungen gemacht hatte. In der zweiten Hälfte kamen einige wenige flottere Lieder, auf mein heißgeliebtes Out In The Fields wartete ich aber vergebens.
Seine Begleitmusiker waren spitze, Gary eine Klasse für sich... ein beeindruckender Musiker, an der Gitarre einfach genial und ich mag seine Stimme. Sein Auftritt
war schon faszinierend - hinsetzen, zuhören, genießen, Gänsehaut haben. Nur kam letzteres nicht allein von den Solis... Es war recht kühl geworden und selbst mit
Jacke fröstelten wir. Den Rest des Konzerts verfolgten wir von oben, wo es weniger windig war. Meine persönlichen Highlights des Gigs: Walking by Myself und Still Got The Blues.
Festival zu Ende - noch schnell ne Runde nett geplaudert, aber dann wurde es Zeit, den Heimweg anzutreten. Um halb 3 war ich zu Hause - kaputt, sehr müde, aber um ein geniales Konzerterlebnis reicher :-)
Einigen Leuten hab ich schon im Text gedankt, hier noch schnell ein paar Extra-Grüße:
an Caro: verdammt schade, dass Du nicht mit konntest, hast gefehlt... nächstes Mal muss das wieder klappen!!!
an Ilona und Achim: wir haben uns durch Gotthard kennen gelernt und auch dafür bin ich der Band echt dankbar! :-) Merci für den schönen Tag und besonders fürs Heimfahren mitten in der Nacht!!!
an Mark Nowak: vielen Dank für die netten Gespräche! Hab mich sehr gefreut, mich mal persönlich mit Dir unterhalten zu können!
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