Pirmasens 10.11.07

by Linus

 

Boahhh, Hammer - so die ersten Gedanken als der eingeschobene Gig in Pirmasens bekannt wurde. Das Gotthard Rocks Team – zur Hälfte aus der Südpfalz, zur Hälfte aus dem Saarland – sozusagen vor der Haustür vereint. Keine großartige Planung der Anfahrt, vielleicht noch Hotelsuche… Und ein Anfahrtsweg von weniger als einer Stunde - Herz, was willst du mehr. Es war sozusagen angerichtet. Da drängte sich ein Treff zum Gedankenaustausch und „Brainstorming“ bezüglich der Gestaltung der Homepage förmlich auf. Also doch wieder früher anreisen; machte aber nix, weil es sich persönlich eben besser quatscht als im Chat oder über Mails. Lediglich die letzte Stunde vor dem Einlass gestaltete sich etwas zäh und zu allem Überfluss war es auch noch saukalt. Da kam der Einlass erst um 20 Uhr gar nicht gut.

Kurz vor Öffnung der Halle überraschte uns dann RoLi – der übrigens eine sehenswerte Homepage unterhält und für P6 nebenbei noch ein bisschen Fernsehen macht – mit der Ankündigung eines Kurzinterviews für den örtlichen offenen Fernsehkanal. Nun denn, es gibt Schlimmeres als fürs Regionalfernsehen abgelichtet zu werden. Das Multitalent stellte sich im weiteren Verlauf des Abends als echte Persönlichkeit dar. Immer cool drauf, gute Laune und ansteckende Freundlichkeit inklusive.

Die Location erwies sich als absolut geeignet. Vergleichbar mit den Örtlichkeiten in Reinach oder Ehrwald, vielleicht etwas spartanischer in der Einrichtung, aber ohne irgendwelche Wünsche offen zu lassen. Zwei große Pluspunkte gibt’s zu vermelden. Obwohl kein Rauchverbot herrschte und die Gottis beileibe nicht mit Nebel geizten, schafften es die Verantwortlichen, die Luft sauber zu halten – Respekt. Außerdem war die Akustik der Halle mehr als gut. Es mag natürlich auch am Tontechniker liegen, allerdings kann der die Eigenheiten einer Halle auch nicht im Alleingang wegzaubern. Egal wie, endlich mal nicht nur laut auf Teufel komm raus, sondern ein wirklich lupenreiner Klang, eine schöne Erfahrung, die man nicht in allen Hallen machen kann.

So gegen 21 Uhr war’s dann endlich soweit, Evidence One betraten als Einheizer die Bühne – und machten einen super Job. Waren die bisher bei dieser Tour gebotenen „Vorspeisen“ meiner Meinung nach oft zu speedlastig oder gingen sogar in Richtung New Alternative Rock (oder wie immer das auf neudeutsch heißt), so trafen die Verantwortlichen diesmal voll meinen Geschmack. Nur durch die Titelsongs ihrer bisherigen Veröffentlichungen The Sky Is The Limit und Criticize The Truth vorgewarnt, wurde meine Vermutung voll bestätigt. Hardrock vom Feinsten, mit leichten Metalleinflüssen aber immer melodisch und rhythmisch, so hatte ich mir das gewünscht. Da störte es auch nicht weiter, dass bei den ersten Songs das Schlagzeug etwas zu laut, der Sänger und die eine Gitarre etwas zu leise waren, die Tontechniker bekamen auch das in den Griff.

Nach dieser ersten positiven Überraschung folgten beim Gig von Gotthard gleich einige weitere. Nachdem sich der etwas übertriebene Einsatz von Nebel bei den bekannten Openern wie Master Of Illusion und Gone Too Far verzogen hatte, waren unsere sich in prächtiger Spiellaune befindlichen Hauptakteure endlich auch zu sehen. Und sie schienen sich unter anderem die vermehrten Anfragen nach der Variation der Setliste zu Herzen genommen zu haben. Schließlich waren viele Fans nicht das erste Mal bei dieser Tour dabei. Mit Tomorrow´s just begun, The Oscar Goes To You und Movin´ On wurden gleich drei Stücke zum Besten gegeben, die ich auf dieser Tour noch nicht oder sehr selten zu hören bekam. Besonders das meiner Meinung nach auf der CD eher unscheinbare Movin´On kam live kraftvoll mit richtig viel Schmackes und ging voll ab. Eine echte Bereicherung der Setlist. Vielen Dank dafür an die Band. Dass mit Firedance ein absoluter Klassiker auf der Strecke blieb war schade, aber zu verkraften. Man muss als Band bei der Vorbereitung eben Prioritäten setzen.

Einmal mehr begeistert war ich neben Steves unbeschreiblichen Qualitäten in Sachen Posing und sängerischem Ausdruck von der „zweiten Stimme“. Der Einsatz von Marcs tiefem Bass zum Beispiel bei Gone Too Far oder auch Movin´ On machen diese Songs noch abwechslungsreicher. Ebenfalls immer wieder ein Augen- und Ohrenschmaus ist das sich ergänzende Zusammenspiel von Freddy und Leo bei den des Öfteren eingestreuten Soli. Die Bezeichnung Battle fällt mir in diesem Zusammenhang immer schwer, weil sich die beiden ja nicht wirklich bekriegen, sondern miteinander die Grenzen des an der Gitarre machbaren ausloten. Dazu passt die oft sparsame aber effektive Unterstützung durch Keyboarder Nicolo, der dem Sound dadurch noch mehr Volumen gibt. Immer wieder schön zu beobachten, dass der wie immer gut gelaunte Hena, der ja hinter seiner Schießbude platztechnisch angebunden ist, nicht von der Performance ausgeschlossen wird. Abwechselnd kamen alle vier Frontmänner bei den Drums vorbei, um ihm die gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Alles in allem präsentierten Gotthard einmal mehr nicht einfach nur die von den CDs allen bekannten Nummern, sie zelebrierten und lebten einmal mehr das typische Rock´n´Roll Feeling in unvergleichbarer Weise vor. Nach zwei Stunden war’s wieder mal vorbei. Dem Anschein nach waren sie mit ihrer Leistung und dem Publikum selbst glücklich und entließen ein zufriedenes und begeistertes Publikum in den weiteren Abend.

Hier ein Erinnerungsfoto, da ein Bild mit bekannten und neu kennen gelernten Chattern, Smalltalk mit Mitarbeitern der regionalen Presse und des Fernsehen, und das alles umrahmt von geiler Mucke aus der Konserve, ließen den Abend freundlich und entspannt ausklingen. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Veranstalter, die entgegen der um sich greifenden Unsitte, die Fans nicht mit dem letzten Ton aus der Halle kehrten und so eben die Voraussetzungen für einen gelungen Abschluss eines gelungenen Events sorgten.

 

Und hier noch einige Impressionen zu diesem Tag bzw. zum Konzert von Ilona:

Am Morgen des 10.11.07 fuhren wir von Saarbrücken zu der uns bekannten Örtlichkeit nach Pirmasens. Vor Ort waren wir mit Monti und Linus verabredet, die auch kurze Zeit nach uns eintrafen. Wir vier verbrachten einen mit Diskussionen angereicherten, aber doch auch lustigen Nachmittag. Das nass-kalte Wetter konnte unsere gute Stimmung nicht trüben. Noch bevor uns die Türen zum Einlass geöffnet wurden, trafen wir RoLi-Pee - ich kann nur sagen: ein netter Typ. Das kurze Anstehen nutzten wir zu Gesprächen. Es stellte sich heraus, dass Gotthard-Fans aus Hannover angereist waren und wir uns schon aus dem Chat kannten. So lernten wir uns auch persönlich kennen. Endlich drinnen warteten wir bis es endlich losging.

Die Vorgruppe Evidence One lieferte gute Arbeit. Es zeigte sich, dass auch einheimische Gruppen es verstehen, gute Musik zu machen. Nach einer kurzen Umbaupause ging es endlich richtig los. Unsere Jungs traten auf die Bühne und die Post ging ab. Was sie an diesem Abend lieferten war allererste Sahne. Ich habe in diesem Jahr schon etliche Konzerte besucht, dieses war meiner Meinung nach bisher das beste. Bereits bei den ersten Tönen waren die Fans begeistert. Wer jetzt noch Zweifel hatte, Steve könnte nicht fit sein, wurde eines Besseren belehrt. Die Jungs lieferten 2 Stunden Feuerwerk pur.

Nach dem Konzert mischten sich Marc, Freddy, Hena und Nicolo gut gelaunt unter die Fans. Und uns blieb genügend Zeit, uns angenehm zu unterhalten. RoLi flitzte mit seiner Kamera rum und machte tolle Fotos. Nur schade, dass wir ihn vor unserer Heimfahrt aus den Augen verloren haben. Gutgelaunt und voll von versch. Eindrücken machten wir uns in den frühen Morgenstunden wieder auf den Heimweg.

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Grau Note

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